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02.10.2015

G’schmackige Tradition

knoedel
Egal ob Sie gerade auf einer der zahlreichen Berghütten sitzen, die frische Bergluft einatmen und einfach nur das Gefühl genießen, wie die Sonne nach dem anstrengenden Anstieg Ihr Gesicht wärmt. Oder aber gemütlich im Restaurant des Hotels sitzen und sich von einem einheimischen Koch kulinarisch verwöhnen lassen. An den Tiroler Knödeln kommen Sie einfach nicht vorbei. Denn niemand hat einen Urlaub in Südtirol verbracht, der nicht in den Genuss von einer dieser schmackhaften Kugeln gekommen ist, von denen die Südtiroler Küche so viele verschiedene Varianten und Formen kennt.

Not macht erfinderisch

Immerhin landet der Knödel bereits seit dem 12. Jahrhundert auf den Tiroler Tellern. Einer Überlieferung nach erfand sie eine Bäuerin aus einer Notsituation heraus. Als eine marodierende Landsknechtsgruppe in ihr Bauernhaus einmarschierte und drohte, sie soll ihnen allen genug zu essen geben oder sie würden Haus und Hof anzünden, lief sie sogleich in die Küche und trug mit den Mägden alles Essbare zusammen was sie finden konnten. Zum Schluss lagen dort ein Stück hauseigener Speck, Eier, hartes Brot, Zwiebeln und Mehl. Mit ein paar Kräutern aus dem Garten und Milch mischte sie alles zu einem Teig und drehte mit den Händen Teigkugeln daraus. Diese warf sie ins Salzwasser und stellte danach den Topf auf den Tisch der Männer, die alle satt wurden und zufrieden einschliefen. Seitdem ist der Siegeszug der Knödel nicht mehr aufzuhalten. Kein Wunder also, dass die Südtiroler den (Knödel-)Dreh raus haben.

Knödel-Kreativität? Fortsetzung folgt!

Mit der Zeit haben sich in den verschiedenen Regionen zusätzlich zu den klassischen Speck-, Rohnen-, Spinat-, Käse- oder Leberknödel aber auch andere Knödelvarianten entwickelt. Bewundern Sie in ihrem Urlaub die faszinierende Bergwelt der Sextner Dolomiten im Pustertal, so wird Ihnen früher oder später ein Einheimischer einen Pressknödel auf den Teller legen. Einen „schwarzplentenen“ Knödel, der aus dem „Heidenmehl“ Buchweizen gerollt wird, finden Sie mit Sicherheit im Passeiertal. Und sind sie mit dem Rad zur Zeit der Marillenernte im Vinschgau unterwegs, lohnt sich ein Halt beim jährlich stattfindenden „Marmor und Marillen“-Fest, wo sie zusammen mit den Einheimischen einen saftigen Marillenknödel genießen dürfen. Wundern sie sich dabei nicht, wenn ihnen der ein oder andere dabei mit einem verschmitzten Lächeln erklärt, dass seine Frau „die besten“ Knödel von allen mache.

Der Knödelknigge

Wollen sie noch tiefer in die Tiroler Tradition eintauchen, dann bestellen sie auf einer urigen Almhütte ein Knödelgericht und essen „uaner zu Wosser, uaner zu Lond“. Zuerst in der Suppe und danach mit Salat oder Kraut. Sie werden es nicht bereuen! Und die Sympathie der Köchin ist ihnen gewiss. Es sei denn, sie zerteilen den Knödel mit dem Messer. Dies gilt im gesamten Südtiroler Land als Beleidigung für die Köchin! Denn ein richtiger Knödel muss zwar fest genug sein, um nicht zu zerfallen, aber dennoch so locker, dass man ihn mit der Gabel zerteilen kann. Eine wahre Königsdisziplin!

Wagen Sie sich doch selbst an diese Herausforderung und drehen sich ihren eigenen Knödel mithilfe dieses Rezepts:

Traditioneller Speckknödel

80 g Speck, in feine Würfel geschnitten
½ Zwiebel (40 g)
150 g altbackenes, schnittfestes Weißbrot
20 g Butter
40 g Mehl
100 ml Milch
2 Eier
1 EL Petersilie oder Schnittlauch
Salz

Das Weißbrot in kleine Würfel schneiden. Die in feine Würfel geschnittene Zwiebel in der Butter dünsten, über das Brot geben und vermischen. Das Mehl und den Speck untermengen Die Eier, die Milch, die Petersilie und das Salz verrühren, über das Brot geben und alles gut vermengen. Die Masse ca. 15 Minuten ziehen lassen. Dann mit den Händen Knödel formen und im Salzwasser halb zugedeckt sieden. Speckknödel servieren Sie am besten in der Fleischbrühe, mit Gulasch, mit Sauerkraut und Hauswurst oder mit brauner Butter und Parmesan.

Garzeit: 15 – 20 Minuten