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19.06.2015

Steinerne Stadt und Stohlwond: der Fels ruft

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Schafott, Fingerfresser, Hirnriß … nein, da wurde niemand vom wilden Affen gebissen, es gibt auch leichter zu erschließende Namen, wie beispielsweise Vinschger Wind und Bombenfels: alle fünf bezeichnen Kletterouten, die sich auf der Nesselwand tummeln. Sie locken Kletterer auf den weißen Laaser Marmor zu anspruchsvollen Ausdauer- und Plattenklettereien.

Aber es gibt in ganz Südtirol Klettergärten. Wie die Pilze schießen sie aus dem Boden und erfreuen alte Hasen und Neulinge unter den Sportkletterern. Vertical Life berichtet über 107 Klettergärten und 4227 Routen mit ausgefallenen, erklärenden und geheimnisvollen Namen. Aber auch die Klettergärten selbst haben zum Teil sehr phantasievolle Namen, wie unsere Titelzeile zeigt.

Zwischen Marmor und Granit

Das Schöne an den Südtiroler Klettergärten ist die Vielfalt: neben den genannten Marmorplatten bei Laas (wer hat schon mal im Marmor geklettert, ein Leckerbissen für Erfahrene!) gibt es natürlich den Kalkstein in den Dolomiten: Lochkletterei vor den sagenhaften Panoramen dieses UNESCO Weltnaturerbes. Da, wo jetzt Finger einen Halt suchen, Camalots und Friends eingekeilt und Schlingen durchgezogen werden, haben jahrein jahraus Wassertropfen und Rinnsale stetig den Raum ausgewaschen und schaffen weiterhin neue Griffe und Ankerpunkte, die das letzte Mal noch nicht so da waren.

Knifflige Leistenkletterei auf der senktrechten Prophyrplatte am Ritten, die einsteigerfreundliche gut strukturierte, großgriffige Gneiswand der Burgstollknott bei Partschins im Vinschgau, Schiefer und Gneis im Klettergarten Stohlwond bei Ratschings im Wipptal, und im Pustertal findet sich echter Granit bei Rein in Taufers. Die Vielfalt, die sich hier im Fels zeigt, zieht sich auch in den Schwierigkeitsgraden hindurch: Anfänger, Fortgeschrittene, Erfahrene, Profis – es gibt für alle eine coole Route, wo man in Freiheit und Sicherheit klettern kann. Und es findet sich auch für jede Jahreszeit die passende Wand: von der Sonne aufgeheizt für den Winter, schattig für heiße Sommertage, überhängend für Regentage.

Eine vollständigere Auflistung der Klettergärten und Routen erhält man bei Vertical Life und auf den Seiten des Alpenvereins Südtirol, oder auf Papier im Klettergartenführer „Sportklettern & Bouldern in Südtirol“.

Eine Unterkunft zum Eintauchen in die Südtiroler Welt gibt es hier.