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04.11.2015

Welt, Natur und Erbe der Dolomiten

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Stolz, ja regelrecht majestätisch ragen sie steil in den Himmel, kitzeln mit ihren spitzen Gipfeln die vorbeiziehenden Wolken und lassen am Fußende sattgrünen Hügeln und Weiden Platz, die den starken Kontrast zu ihrer hellen Eigenfarbe bilden. Nur zweimal am Tag, bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang, legen sie ihre Blässe ab und strahlen ein erwärmendes Rot durch das gesamte Tal.

Die Rede ist natürlich von den weltweit einzigartigen Berggruppen der Dolomiten, ein Weltnaturerbe der UNESCO, die jedes Wandererherz höher schlagen lassen. Ihren Namen verdanken sie dem Forscher Déodat de Dolomieu, der die erste Analyse der Gesteinsschichten dieser Bergriesen vornahm. Die bekanntesten Gipfel sind mit Sicherheit die Drei Zinnen, es gibt aber unzählige weitere schroffe Felsgebilde, die in Staunen und Schweigen versetzen.



Grenzüberschreitendes Naturwunder

Dolomiten sind nicht gleich Dolomiten. Das Wunderwerk der Natur besteht aus neun großen und kleineren Berggruppen, erstreckt sich über die fünf Provinzen Belluno, Pordenone, Udine, Bozen und Trient und verbindet die drei Sprachen Italienisch, Ladinisch / Friulanisch und Deutsch miteinander. Kaum zu glauben, dass dieses gigantische Areal vor über 200 Millionen Jahren komplett unter Wasser lag und ein Großteil der markantesten Berggruppen eigentlich nichts Anderes als mächtige versteinerte Korallenriffe sind, die heute Naturliebhaber magnetisch anziehen.

Nicht nur Wanderer können sich hier die „Latschen“ abrennen, Familien erleben mit ihren Sprösslingen die artenreiche Tierwelt der Berge, Sportskanonen „kraxeln“ die steilen Klettersteige hinauf und Geschichtsliebhaber werden sich entlang der Dolomitenfront auf die Spuren des Ersten Weltkrieges begeben.



Heiße Winter

Wer jetzt glaubt, die Dolomiten lassen sich nur in den Sommermonaten erleben, der irrt gewaltig! In der kalten Jahreszeit, wenn es Frau Holle kräftig schneien lässt, verwandeln sich die "bleichen Berge" in ein wahres Winter-Wunderland! Langlaufen, Schneeschuhwandern, Skitouren gehen, Rodeln oder Eislaufen stehen auf der Tagesordnung.

Gerade wer das Panorama in gebührender Langsamkeit genießen möchte, ist beim Schneeschuhwandern richtig. Eine romantische Wanderung im Gebiet der "Schlernhexen" mit Blick auf Schlern, Rosszähne, Platt- und Langkofel verführt einen in eine Welt voller Sagen und Mythen, welche am besten von Privatvermietern der Region bei "an guatn Glasl" erzählt werden.

Von König Laurin und seinem Rosengarten gefesselt, blickt man bei Dämmerung mit offenem Mund auf sein Erbe, wenn die ‚bleichen Berge‘ in leuchtend rosenfarbenen Zeichen still seinen Namen in den Himmel schreiben. Leichte Windstöße hinterlassen die Schlernhexen bei ihrem Flug durch das Tal zum Schlernrücken, wo sie gemeinsam schlimme Unwetter brauen, oder wollen sie gar den Riesen Langkofel wieder zum Leben erwecken?

Wer es wagt eine Reise in das verzauberte Gebirge anzutreten, dem sei der Schutz der Prinzessin Dolasilla gewiss. Auch einige auserkorene Landsleute öffnen gerne ihre Tore um unerschrockenen Wanderern Unterschlupf zu bieten .