Mitten durch den Nationalpark Stilfser Joch zieht sich eines der schönsten Seitentäler des Vinschgau. Die dichten Fichtenwälder, die vom Wetter gegerbten Höfe und die würzig duftenden Wiesen reichen bis weit in die Berge hinein und dem Gletscher Cevedale sogar bis an die Füße. Teppiche aus Alpenrosen. Dazwischen blitzblaue Seen. Rote Beeren, die unter ihren Blätterdächern hervorlugen. Was!? Das sind ja Erdbeeren! Aber … was machen die denn im kühlfrischen Martelltal?
Erdbeeren, die nach Wald schmecken
Kaum zu glauben, aber hier, auf 1.300 m Meereshöhe, gedeihen die Sommerfrüchtchen wunderbar. Sie wachsen in gesunder Bergluft heran und werden von fleißigen Bauernhänden gehegt und gepflegt. Knallrot mit einer grünen Haarpracht schmeicheln sie dem Auge; und dem Gaumen umso mehr. Da sie aufgrund der Höhe und der kühlen Nächte ganz langsam heranreifen, schmecken sie besonders süß, ein bisschen nach ‚damals’, als man als Kind noch in den Wäldern nach Walderdbeeren gesucht und zahllose davon genascht hat.
Mehr erfahren ist beerig …
Über 90 ha Erdbeeren finden sich im Tal der Beeren. Es ist das bedeutendste Anbaugebiet für Berg-Erdbeeren in Europa. Und auch der Südtiroler Erdbeerweg bahnt sich seinen Weg durch Felder, die entweder mit weißen Blüten oder süßen Früchtchen bespickt sind. Die 7 bzw. 9 Themenstationen geben Einblicke in die Geschichte, die Botanik, den Anbau und die gesellschaftliche Bedeutung der Marteller Erdbeere.
Gerade wieder vorbei: Das jährliche Marteller Erdbeerfest
‚Augen schließen und süße Früchtchen genießen‘. Unter diesem Motto sieht das Martelltal im Vinschgau jährlich nur noch rot! Am Wochenende des 27. und 28. Juni hat es wieder stattgefunden, das in ganz Südtirol, aber auch über die Landesgrenzen hinaus berühmte Fest. Mit der Südtiroler Erdbeerkönigin, einer Riesen-Erdbeertorte, der Präsentation Südtiroler Markenprodukte und dem Kulinarium Martell, bei dem die besten Delikatessen aus Erdbeeren prämiert werden, stellte das sonnige Tal seine Früchte in den Mittelpunkt des Beeren-Begehrens.
‚Lustig war’s!‘, so Hans Maschler vom Auhaus in Meiern im Martelltal. ‚Ich bin jedes Jahr mit dabei und es ist immer wieder wunderbar zu sehen, wie ein kleines rotes Früchtchen so viele Menschen zusammenbringen kann.‘ Was ich besonders schön finde am Erdbeerfest? Hans überlegt kurz. ‚Dass den typischen Produkten dieses Tals Bühne geboten wird. Dass Bauern ihre Leidenschaft und ihr Können präsentieren können. Das finde ich schön.‘
Nicht nur das Martelltal ist das ganze Jahr über einen Ausflug, nein – einen ganzen Urlaub wert. Das Vinschgau hat viele Besonderheiten und wunderbare Fleckchen Erde zu bieten. Die passende Unterkunft finden Sie hier.
Diese Beiträge könnten dir auch gefallen…
Olltogsg’schichten – Erinnerungen aus Kindheitstagen
Geschichte von Bauer Eva, Haus Bauer – Klobenstein/Ritten: Sündhaft teures Klopapier Wie das bei Südtiroler Familienbetrieben wohl allgemein üblich ist, halfen meine Schwester und ich schon in jungen Jahren daheim mit. Wir waren hauptsächlich für ...
Geheimnisse des Südens
Psst! Schon gehört? Der Frühling erwacht – und mit ihm auch die Frische-Luft-Lust unserer Sabine! :-) Sie verrät euch ihre besten Geheimtipps- und Orte in Südtirols Süden – zwischen märchenhaften Örtchen, stillen Seen und mittelalterlichen ...
Heiße Tipps für den Südtiroler Winter – Nr. 1 bis 3
Er steht quasi schon vor der Tür, der Winter in Südtirol! Klar, dass Skifahren, Rodeln und Schneeschuhwandern auf dem Programm stehen. Von glitzerweißen Hängen aus die fantastische Bergkulisse bestaunen und sich mithilfe heißer Tees aus der ...