Von Hand gepflückt, von Hand gemacht oder von Hand erlesen – am Meraner Markt spielen die Hände eine große Rolle. Ob renoviert, frisch geerntet, upgecycled oder vor Ort fertiggestellt – was fleißige Hände schaffen können, findet hier seinen Platz und vielleicht auch den Weg in die Hände eines Käufers. Ausgestellt und angeboten wird hier das, was die Region und die Menschen hervorbringen: Käse, ‚Patschen‘, Holzfiguren, Kohl, Tulpen, Taschen, Schmuck, Apfelsaft und Marmeladen. Die Verkäufer erzählen die Geschichten der Produkte. Sie wissen schließlich, wie sie entstanden sind, denn sie haben sie selbst gemacht.
Für ein Foto posieren sie gerne, die Standbetreiber. ‚Soll i do in Loabn toaln?‘ (Soll ich den Laib Käse teilen?), fragt mich der Käseverkäufer. ‚Dann wirkt das Bild genau so ungekünstelt und natürlich wie der Markt selbst.‘ lacht er.
Ein Markt, der den Frühling einleitet
Unter den blühenden Dächern der Alleen und an laut rauschenden Uferpromenaden entlang bin ich soeben bis zur oberen Freiheitsstraße geschlendert, wo die hübschen Marktstände den Besucher empfangen. ‚Das Designkonzept von Martino Gamper ist Ausdruck des Zusammenspiels von urbanem Kontext und Südtiroler Tradition‘ entnehme ich einer Info-Broschüre. Ich sehe die vielen Holzkisten, die Erinnerungen wachrufen. Ein für Südtirol typisches Element, die ‚Haras‘. Das Stoffmuster der Standdächer – ebenso wie das Logo des Meraner Marktes – greift hingegen das Kopfsteinpflaster als Element auf, als Symbol für den Stadtplatz, auf dem Märkte traditionell stattfinden.
Ein Markt der Geschichten
Ein ruhiger Markt. Kein lautstarkes Feilschen, wie man es von den typischen italienischen Märkten gewohnt ist – viel mehr ein ruhiges Erzählen. Auf dem Meraner Markt werden ausschließlich Südtiroler Naturprodukte angeboten. Hinzu kommen handwerkliche Erzeugnisse wie Woll- und Filzwaren, Körbe und Geflochtenes, Schmuckstücke und Dekoratives aus Zirbenholz. Nachhaltigkeit ist hier nicht nicht nur ein Wort, das der Vermarktung dient, sondern eine Geisteshaltung, die von den Standbetreibern selbst gelebt wird. Das ist spürbar. So wirkt’s stimmig.
Eine Frau erklärt mir voller Begeisterung ihr neues Handtaschen-Modell. Hier darf ich vom Honig kosten, dort am Wein nippen. Das ein oder andere findet seinen Weg in meine Papiertüte. Was ich sonst noch mitnehme? Entspannung. Lust auf gesundes Kochen. Freude an Produkten, die etwas zu erzählen haben.
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